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Weihnacht im Schloss

Vom Besteck bis zur Weihnachtskugel: Prinzessin Elisabeth Auersperg-Breunner füllt jedes Zimmer ihres traumhaften Anwesens am Attersee mit Weihnachtszauber. Wir haben die fünffache Mutter zum besinnlichen Interview getroffen.



Ruhiger ist es geworden um den in Herbstfarben getauchten Attersee. Entlang der Seestraße biege ich in Unterach hinauf zum Anwesen von Prinzessin Elisabeth Auersperg-Breunner. Eine wundervolle Allee führt mich zum verwunschenen Domizil: grünes Holz, fester Stein und rundher- um wächst der Efeu die Mauern entlang. Ich stelle mir vor, wie stimmungsvoll und verzaubernd hier die Weihnachtszeit sein muss. Bei selbstgemachtem Quittenpudding und heißem Tee treffe ich Prinzessin zum Interview, wo sie mir alles über ihr neues Buch „Weihnachtszeit“ erzählt. Wir sprechen über ihre Liebe zu schönen Sammlerstücken, die Traditionen und Rezepte, die sie mit ihrer Familie rund um Weihnachten hochleben lässt und warum es gerade jetzt wichtig ist, sich das eigene Zuhause so schön wie möglich zu gestalten.


Die Begeisterung für die Weihnachtszeit wird in Ihrer Familie von Generation zu Generation weitergegeben. Wie hat sich diese Leidenschaft entwickelt?

Jedes Jahr fühlt sich Weihnachten anders an und hat etwas Einzigartiges. Besonders gern habe ich das Essen und die Lieder an Weihnachten - diese kleinen Dinge machen die Tradition zu einem sehr schönen Fest. Das Besondere für mich ist aber vor allem, dass wir ein paar Tage Frieden haben und die Ruhe genießen können. Darum bin ich in dieser Zeit auch lieber bei mir zu Hause und froh, dass ich Weihnachten selber so gestalten kann, wie ich es gerne möchte. Es kann jeder zu mir als Gast kommen, aber ich fahre nicht gerne weg. Vor allem auch, weil ich an Weihnachten Geburtstag habe.


Ist Ihr Geburtstag am 24. Dezember für Sie Fluch oder Segen? Beides, denke ich. Natürlich fällt der eigene Geburtstag ein Stück weit durch den Rost. Wir feiern meistens bis mittags und dann ist es auch schon wieder vorbei. Andererseits habe ich auch gerne an Weihnachten Geburtstag. Denn da das Fest so besonders ist, ist es auch irgendwie wieder schön.


„Wer früh schmückt, hat mehr vom Leben.“ Wie lange dauert es, bis Ihr Haus sowohl innen als auch außen auf Weihnachten umgerüstet ist? In den Herbstferien fangen wir meis- tens an, alles beiseite zu räumen – also wirklich alles: von jeder Weinflasche über alle Bilder bis hin zu den Büchern. Es dauert ca. eine Woche bis alle Dinge beiseitegeschafft wurden. Erst dann fangen wir an, die Weihnachtskisten auszupacken und die Dekoration aufzubauen. Indem wir so viel machen, lohnt es sich nicht, erst ab dem 6. Dezember damit zu beginnen. Die Schmückerei dauert zwar lange, ist aber immer lustig. Vor allem die Kinder freuen sich, wenn nach der Schule neue Dinge aufgestellt wurden. Auch nach Weihnachten bleibt die Dekoration noch ein bisschen länger als üblich stehen.


In Ihrem Buch merkt man schnell, dass Sie sehr ausgewählte Stücke besitzen. Bleibt Ihre Weihnachtssammlung immer dieselbe oder kommt jedes Jahr etwas Neues dazu? Mein Mann schenkt mir jedes Jahr ein schönes Stück und auch meine Freunde bringen zu unserer jährlichen Nikolo- feier das ein oder andere mit. Dadurch kommt immer wieder etwas Neues dazu und etwas anderes muss seinen Platz verlassen. Die Großdekoration bleibt aber trotzdem immer dieselbe.


In Ihrem Buch lässt sich Ihre Sammlung an Weihnachtsdekor nur erahnen. Welche Antiquitäten und Schmuckstücke kommen dabei zum Einsatz? Zu meinen besonderen Schätzen gehören meine alten Modeln und meine Krampusse, die ich besonders gerne habe. Außerdem habe ich von meiner Mutter einen sehr schönen und kostbaren Weihnachtsschmuck bekommen. Die Kinder lieben besonders das alte automatische Lebkuchenhaus – ein Museumsstück.

Weihnachtsdekoration in diesem Ausmaß wird gerne als kitschig abgestempelt. Lässt sich Kitsch mit Stil verbinden? Ich finde Kitsch ist manchmal gut für die Seele und kann durchaus tröstend sein. Ich habe sicher das eine oder andere Stück, das ein bisschen lustiger ist, aber die meisten Dinge sind tatsächlich traditionelle Sammlerstücke. Modernere Sachen finden eher in meiner Wohnung in Wien ihren Platz.



Adventkranz, Adventkalender und Kekse backen: Was sind die wichtigsten Rituale Ihrer Familie in der Vorweihnachtszeit? Mir ist persönlich Musik einfach sehr wichtig und so wird bei uns viel gesungen und musiziert. Beim Keksebacken sucht sich jedes Kind seine Lieblingssorte aus, die dann selbst gebacken wird. Eine besonders schöne Tradition ist auch, dass mein Mann jedes Jahr vor Weihnachten mit meinem Sohn Tannenzweige sammelt und sie diese hinter jedes Bild stecken. Mein anderer Sohn backt in unserem Holzbackofen immer einen Leberkäse – so hat jeder seine eigenen kleinen Traditionen. Meine liebste und auch eine der wichtigsten ist, dass die Kinder ihre Zimmer selber schmücken und auch viel beim Schmücken helfen. Von nix kommt nix (lacht).


Haben die Kinder den Weihnachtsgeist also schon übernommen? Ja, absolut. Die sind genauso begeistert wie ich, wenn sie die ersten Weihnachtskisten sehen. Mein Sohn ist 14 Jahre – wenn man bedenkt eigentlich ein totaler Teenager – und sammelt mit Begeisterung Räucher- männchen. Diese Leidenschaft zum Sammeln auch bei den Kindern wiederzusehen, ist das Schönste für mich.


Wie verbringen Sie und Ihre Familie den 24. Dezember? An Weihnachten feiern nur wir als Familie – wobei wir sind ja alleine schon zu siebt. In der Früh feiern wir gemeinsam Geburtstag, dann kommen manchmal noch die Feuerwehr und Wasserrettung zum Gratulieren. Danach habe ich mein eigenes Ritual: Während die anderen in der Kindermesse sind, gehe ich noch spazieren und lege mich in die Badewanne. Ich muss mich dann immer noch von meinem Geburtstag erholen und auf Weihnachten umstellen. Nach der Messe ziehen wir uns um und dann gibt es den Tee. Kurz danach kommt auch schon das Christkind.







WEIHNACHTSZEIT Elisabeth Auersperg-Breunner Brandstätter Verlag

ISBN 978-3-7106-0444-7 € 35










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Die ganze Geschichte lesen Sie jetzt in der aktuellen Ausgabe.

Text: Rebecca Mayr Fotos: Wolfgang Hummer

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