• Unser Salzkammergut

Kunst, die „anziehend“ ist

Ob Schürzen, Dirndl oder Trachtenröcke – was Sabine Linke mit ihrem Pinsel berührt, wird zum Kunstwerk. Die 41-jährige Stadl-Paurerin kreiert in ihrem Atelier „SchürzenLiebe“ im Herzen der Traunseestadt Gmunden mit viel Liebe und künstlerischem Können wahre handgefertigte Unikate. So einzigartig, dass sie fast zu schön sind, um tragbar zu sein.


Foto: Cornelia Einsiedler


Man nehme hochwertige Materialien, die gelebte Leidenschaft zum Nähen und vermische das Ganze mit großem künstlerischem Geschick: Was Sabine Linke in ihrem Atelier im Herzen von Gmunden kreiert, sind mehr als nur Schürzen. Vielmehr sind es tragbare Kunstwerke, die – individuell von Hand bemalt und genäht – eine Geschichte über die persönlichen Werte der tragenden Person erzählen und damit eine Magie erschaffen, die sprichwörtlich anziehend ist. Wir haben die gebürtige Stadl-Paurerin und zweifache Mutter in ihrem wunderschönen Atelier in der Gmundner Innenstadt besucht und mit ihr über Kindheitsträume, Inspirationsquellen und besondere Auftragsarbeiten gesprochen.



Foto: Cornelia Einsiedler


Mit viel Liebe und einem Pinsel verewigen Sie Ihr künstlerisches Geschick auf edlen Dirndlschürzen und machen damit jede Tracht zum handbemalten Unikat. Wie kam Ihnen die Idee dazu?

Sabine Linke: Schon als Kind träumte ich davon, eines Tages Designerin zu werden und mein eigenes Label zu gründen. Mein größter Wunsch war es, auf die Modeschule zu gehen. Meine Eltern rieten mir allerdings zur Lehre und so blieb es lange Zeit ein Traum. Bis zum 11. September 2016. An diesem Tag nahm ich beim Wiener Wiesn-Fest Trachten Award teil. Die Idee: Meine Kunst des Malens mit meiner Leidenschaft des Nähens zu verbinden und auf einem Stück Schürzenstoff zu verewigen. Gesagt, getan. Mit meiner Interpretation über Österreich schaffte ich es unter die Top Ten von über 200 Teilnehmern. Dieser großartige Zuspruch war der Startschuss für die Gründung meines Labels SchürzenLiebe. Es folgten unzählige Modeschauen, Messeauftritte und mein eigenes Atelier im Herzen von Gmunden. Große Unterstützung habe ich dabei stets von meinem wundervollen Mann bekommen. Er hat mir dabei geholfen, meinen Traum zu verwirklichen.

Was inspiriert Sie zu Ihrer Dirndl-Kunst?

Meine Designs sind inspiriert von der Natur, Geschichten und dem Leben. Meine Hauptinspirationsquelle ist und bleibt aber immer noch meine Kundschaft. Ich liebe es, ihre herangetragenen Ideen weiterzuspinnen und daraus Kunstwerke zu erschaffen.

Vom Rohmaterial bis hin zur fertigen Schürze – wie entsteht ein handbemaltes Unikat auf Auftrag?

Gemeinsam mit dem Kunden wird zunächst das Design für die Schürze besprochen. Dieser Termin ist mir sehr wichtig, denn nur mithilfe des Kunden kann etwas Individuelles und ganz persönlich Einzigartiges entstehen. Ist die Wahl des Motivs getroffen, wird das Dirndl, das mit der Schürze getragen werden möchte, abgemessen und die dazu passende Farbe ausgesucht. Danach wird der Rohling von mir angefertigt. Hier kann der Kunde zwischen einer Schürze in Reinseide oder einer Baumwollmischung wählen. Nachdem das Motiv auf dem Stoff vorgezeichnet wurde, wird es mit den gewünschten Konturfarben nachgemalt. Anschließend kommt das Farbenspiel auf die Schürze. Sobald das Motiv fertig ist, werden die Farben fixiert und die Schürze mit einem erlesenen Schleifenband finalisiert. Eine persönliche Signatur sowie der unverkennbare SchürzenLiebe-Anhänger runden das Unikat ab.

Welche künstlerischen Motive sind bei den Kunden besonders gefragt? Und was war bisher die außergewöhnlichste Anfrage?

Ich bekomme sehr viele Anfragen für Landschaftsbilder sowie Logos und Firmenbranding, aber auch sehr persönliche Motive wie Familienwappen, Hobbys oder auch Hochzeitsschürzen mit dem Namen des Brautpaares sind besonders gefragt. Einmal hatte ich sogar eine Anfrage für ein Porträtbild eines Brautpaares, das war mit Abstand der außergewöhnlichste Auftrag (lacht). Damit das Kunstwerk letztendlich die Person perfekt widerspiegelt, versuche ich, mich beim Malen immer in den Kunden zu versetzen.

Welche Voraussetzungen stellen Sie an eine gelungene Tracht? Was ist Ihnen persönlich wichtig bei einer Schürze?

Bei meinen Schürzen ist es mir besonders wichtig, dass sie sowohl meinen hohen Ansprüchen und Vorstellungen als auch denen des Kunden gerecht werden. Hochwertige Materialien gepaart mit der hohen Kunst der Handarbeit, die in jedes einzelne meiner Stücke fließt, sind für mich hier das A und O. Damit das Kunstwerk auf der Schürze seine Wirkkraft entfalten kann, sollte die Tracht im Gegenzug dazu am besten schlicht ausfallen.



Foto: Cornelia Einsiedler


Lesen Sie die ganze Geschichte in der Winterausgabe von "Unser Salzkammergut"...

Text: Laura Zapletal

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