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Ibiza-Feeling in Scharnstein

Vor neun Jahren hat Melanie Drack in Gmunden ihr eigenes Immobilienunternehmen gegründet. Mittlerweile ist die erfolgreiche Maklerin mit ihrer Firma nach Ohlsdorf übersiedelt, beschäftigt drei MitarbeiterInnen und hat sich mit einem Haus in Scharnstein einen ganz besonderen Lebenstraum erfüllt.




„Ich bin Melanie Drack“, heißt es auf der Homepage von Drack Immobilien. Na das ist ja einmal eine Ansage. Wer und wie ist nun die coole Lady, die hinter diesem Unternehmen steht, frage ich mich am Weg nach Scharnstein und muss mich trotz Navi ordentlich konzentrieren, um ihr Haus zu finden. Zum Glück sind wir am Land, wo jeder jeden kennt und eine Nachbarin zeigt mir bereitwillig den Weg. Fast ein bisschen versteckt, entdecke ich auf einmal ein modernes Haus mit großem Pool und da kommt sie mir auch schon entgegen: Melanie Drack. Attraktiv, stylish und unglaublich sympathisch. Die Sonne lacht vom Himmel und ich komme mir vor wie auf Ibiza.

Auf ihrer großzügigen Sonnenterrasse gibt mir die 38-jährige Unternehmerin Einblicke in ihr spannendes Leben als erfolgreiche Musikerin und erzählt, warum sie ihren Job als pragmatisierte Gendarmeriebeamtin an den Nagel gehängt und vor neun Jahren ihr eigenes Immobilienbusiness aufgebaut hat.


„Werte wie Individualität, Authentizität und Wertschätzung sind mir äußerst wichtig.“
Melanie Drack

Frau Drack, über Sie und Ihre Musikkarriere gibt es sogar einen eigenen Wikipedia-Eintrag. Musik liegt Ihnen offenbar im Blut. Stehen Sie auch heute noch auf der Bühne?

Coronabedingt im Moment leider nicht, aber aus Solidarität habe ich vergangenes Jahr im Lockdown täglich um 18 Uhr ein Terrassenkonzert gegeben. Zur Musik bin ich schon als ganz kleines Mädchen gekommen. Mein Papa hat Gitarre gespielt und gemeinsam mit ihm haben meine Schwester und ich jeden Tag musiziert und Party gemacht. 1998 gründete ich mit drei Schulkollegen unter dem Namen „Fancy Free“ eine Schulband in der HAK Gmunden. Ich habe die Songs geschrieben und gesungen, die Musik haben wir gemeinsam komponiert. Als ich 14 Jahre alt war, haben wir unseren ersten Plattenvertrag bekommen.


Warum der Name „Fancy Free“?

„Fancy free“ heißt auf Deutsch übersetzt frei und ungebunden. Und genauso haben wir damals agiert. Das haftet mir übrigens auch heute noch an. Mein Mitarbeiter behauptet: „Melanie, dein zweiter Vorname lautet ‚frei’.“ Und das zu Recht, denn persönliche Freiheit ist mir auch heute noch das größte Gut. Im Herzen bin ich ein Hippie geblieben (lacht).


Wie darf man sich Ihr Leben damals vorstellen?

Die Jungs und ich haben viele Konzerte gespielt und waren im Gmundner Raum die Lokalmatadore. Unser Musikstil war von Nirvana, Bob Dylan und Woodstock geprägt. Meine großen Vorbilder waren Joan Baez und Janis Joplin. Ich stamme aus einer Arbeiterfamilie und habe das Kinderzimmer in einer Mietwohnung mit meiner Schwester geteilt. Die Musik war mein Fenster in die große weite Welt.

Haben Sie je eine professionelle Musikkarriere angestrebt?

Natürlich habe ich davon geträumt. Kurz vor der Matura habe ich die HAK abgebrochen, meiner Mutter zuliebe aber die Handelsschule abgeschlossen. Dafür bin ich ihr heute noch dankbar. Danach arbeitete ich kurze Zeit als Autoverkäuferin und auch als Fitnesstrainerin, ich habe mich aber nirgends so richtig wohlgefühlt. Eines Tages bekam ich dann die unglaubliche Chance, bei einem großen Konzert in Rumänien aufzutreten. Das habe ich auch gemacht und vor 28.000 Menschen mit Stars wie Cyndi Lauper, Tom Jones und UB40 performt. Das war natürlich ein Wahnsinn und man kann sich vorstellen, wie es mir ergangen ist, als ich wieder heim nach Rüstorf kam.

Sie haben auch mehrere Jahre bei der Gendarmerie gearbeitet. Wie ist es dazu gekommen?

Meine Mutter hat in der Gemeindezeitung gelesen, dass Gendarmeriebeamte gesucht werden. Da ich sehr gerechtigkeitsliebend bin, habe ich mich beworben, die Prüfung absolviert und war dann acht Jahre lang als pragmatisierte Beamtin bei der Gendarmerie tätig.



Warum haben Sie diesen sicheren Job an den Nagel gehängt?

Das hat sicher auch etwas mit meiner sexuellen Orientierung zu tun. Ich bin lesbisch, was damals am Land und vor allem bei der Gendarmerie nicht einfach war. Keiner hat es verstanden, dass ich meinen Job als pragmatisierte Beamtin gekündigt habe. Aber ich musste mich entscheiden, was mehr zählt – persönliches Glück oder Sicherheit. Natürlich war mir eine gewisse Sicherheit schon damals wichtig, aber mit 27 Jahren war mir klar, dass diese Sicherheit das Glück nicht überwiegen darf.

Sind Sie danach direkt in die Immobilienbranche eingestiegen?

Der kreative Bereich hat es mir lange Zeit angetan und kurzzeitig bin ich sogar beim Privatfernsehsender BTV als Fernsehmoderatorin vor der Kamera gestanden. Aber dann hat mich meine Neugierde auf Menschen eingeholt. Vor allem hat mich interessiert, wie Menschen leben und wohnen, da man dadurch sehr viel über die jeweilige Persönlichkeit erfahren kann. Frei nach dem Motto: „Zeig’ mir, wie du wohnst und ich sage dir, wer du bist.“ Anfangs habe ich bei einer Immobilienfirma gearbeitet, erkannte aber relativ schnell, dass ich etwas Eigenes machen möchte. Ich wollte einfach meinen Stil durchziehen. Zu meinem 30. Geburtstag habe ich mein eigenes Unternehmen „Melanie Drack Immobilien“ in Gmunden eröffnet.


„Die Musik war mein Fenster in die große weite Welt.“
Melanie Drack

Das war vor neun Jahren. Mittlerweile haben Sie den Firmensitz in Ohlsdorf. Wie hat sich Ihr Unternehmen entwickelt?

Ich habe als Einzelkämpferin begonnen und wollte das auch so beibehalten. Aber das Business hat sich in den vergangenen drei Jahren so gut entwickelt, dass ich nicht mehr jeden Klienten gleichwertig bedienen konnte. Um mein Niveau und die Qualitätsstandards aufrechterhalten zu können, brauchte es Mitarbeiter und ein Team. Mittlerweile sind wir bereits zu sechst. Meine erste Mitarbeiterin war Verena Thanner. Sie hat in einer Managementfunktion in einer Bank gearbeitet und ist für diesen Job prädestiniert. Auch mein zweiter Mitarbeiter, Helmut Föttinger, war 25 Jahre lang im Management einer Bank tätig und bringt sehr viel Know-how mit. Seit Kurzem ist auch Sonja Stribl in unserem Team. Die Scharnsteinerin hat lange Zeit im Sekretariat der Wirtschaftskammer gearbeitet und passt super zu uns. Mein bester Freund und Grafiker Eric Fink arbeitet als fixer Freelancer bei uns und im April kam Mitarbeiter Nummer sechs ins Team. Wir sind alle verschieden und ergänzen uns perfekt.

Wie sind Sie als Chefin, wie ist Ihr Führungsstil?

Beinhart! (lacht) Nein, Spaß beiseite, ich bin sehr amikal, aber meine Mitarbeiter kennen die Grenzen genau. Enorm wichtig ist mir eine offene Kommunikation. Wenn Probleme auftauchen, dann sprechen wir diese auch sofort an.

Wie ist Ihre Firmenphilosophie?

Werte wie Individualität, Authentizität und Wertschätzung sind mir äußerst wichtig. Die Nähe zu unseren Klienten steht absolut im Vordergrund. Egal, ob ein Anleger, der in eine Villa am See investieren möchte, oder eine Großmutter, die zum ersten Mal eine barrierefreie Wohnung bekommt, bei uns wird jeder Klient gleichwertig behandelt. Wir machen keine Unterschiede – kein Projekt ist uns zu groß und keines zu klein.


Sie sind im Seengebiet Oberösterreichs tätig, nicht gerade ein günstiges Pflaster. Wie schaut aktuell die Preisgestaltung aus?

Gleichbleibend bis steigend. Corona und die Lockdowns haben allerdings einiges verändert. Die Menschen „flüchten“ aus dem urbanen Raum aufs Land und suchen nach Wohnungen und Häusern mit Terrasse und Garten. Objekte und Liegenschaften, die Freiräume bieten, sind momentan sehr begehrt.


Sie betreuen aber auch immer mehr Kunden in Wien.

Ja, genau. Viele unserer Klienten aus dem Salzkammergut haben Anlegerwohnungen in Wien und wollen von mir vertreten und betreut werden. Das ist ähnlich wie bei einer Hausärztin, die auch über die gesamte Historie der Menschen Bescheid weiß. Der persönliche Kontakt, dass man sich kennt, spielt eine immer größere Rolle.


Lassen Sie sich inspirieren!

Die ganze Geschichte lesen Sie jetzt in der aktuellen Ausgabe.

Text: Ulli Wright Fotos: Thom Trainer

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