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Gut Verstrickt

Im Herzen von Gmunden haben sich drei Designerinnen mit ihren Labels „Caleo Cashmere“ und „Ellamar“ zusammengeschlossen und ihren eigenen Concept-Store eröffnet. Darin zu finden: Buntes, Handgemachtes und feinster Kaschmir.



Beim Betreten des Caleo Stores im Herzen von Gmunden klingelt ein Glöckchen und läutet sprichwörtlich das bevorstehende Shoppingerlebnis ein. Die Räumlichkeiten des ehemaligen Schleisshauses werden von warmem Licht durchflutet, leise Musik dringt aus den Lautsprechern und eine Mischung aus Lavendel, Wacholder und Kaffee liegt in der Luft. Die Regale zieren knallige Ohrringe, bunte Taschen, edelste Kaschmirware und viele weiter Must-haves von kleinen Labels aus der Region. Geschmackvolle Interieur- details wie eine alte Verkaufstheke aus einem ehemaligen Kaufhaus in London sowie ein Stuhl des letzten Kaisers runden das Gesamtkonzept ab. Die drei Besitzerinnen sind zugleich auch die Designerinnen. Anna Franz, Elisabeth Bauer und Daniela Holleis-Weingärtner haben sich vor einem Jahr mit ihren beiden Labels „Caleo Cashmere“ und „Ellamar“ zusammengeschlossen. Herauskam ein Concept-Store, der zum Gustieren und Verweilen einlädt. Im Interview verraten uns die drei Geschäftsführerinnen wie es dazu kam und welche regionalen Labels die Kunden in ihrem Store finden.




Seit einem Jahr führen Sie gemeinsam den Caleo Store im Herzen von Gmunden. Wie kam es dazu?

Anna Franz: Elisabeth und ich starteten vor sechs Jahren mit unserem Label „Caleo Cashmere“. Nach unserem Pop-up-Store wollten wir uns weiter vergrößern. Unser Sortiment und Danielas Accessoires ergänzen sich perfekt und so haben wir uns zusammengeschlossen.

Das Label „Caleo Cashmere“ setzt seit 2014 auf zeitlose Kaschmir-Klassiker. Wie entstand die Idee, ein eigenes Modelabel zu gründen und warum entschieden Sie sich für die Kaschmir-Branche?

Meine Liebe zu Kaschmir entwickelte sich in Italien. Ich habe 13 Jahre lang in einer Region in der Toskana gelebt, wo Kaschmir einen hohen Stellenwert hat. Als Elisabeth und ich dann vor ein paar Jahren unsere Berufe aufgegeben haben, weil die Kinder im Mittelpunkt standen, beschlossen wir, uns in neue Abenteuer zu stürzen und gründeten im Herbst 2014 „Caleo Cashmere“.

Was macht Kaschmir so besonders?

Im Gegensatz zu anderen Wollprodukten juckt reiner Kaschmir beim Tragen nicht. Außerdem ist die Edelwolle sehr temperaturregelnd und pflegeleicht. Gerade wegen seiner vielen positiven Eigenschaften wird jedoch viel Schindluder mit Kaschmir getrieben. Heute darf bereits ein Pullover mit 85 Prozent Kaschmiranteil als Kaschmirpullover bezeichnet werden. Dazu kommt, dass die Ziegen oft schlecht behandelt werden und meist nicht das beste Haar ausgekämmt wird. Das alles hat uns noch mehr in unserer Entscheidung bekräftigt, unseren Schwerpunkt auf eine nachhaltige, ausbeutungsfreie und qualitativ hochwertige Produktion zu setzen. Mit unserem Partner „Loro Piana“, einem Tochterunternehmen der Louis Vuitton Group, sowie unseren zwei kleinen Familienstrickereien arbeiten wir nur mit den besten Kaschmirproduzenten in Italien zusammen. Die Designs der Kaschmirprodukte stammen von uns und wir testen diese auch selbst auf ihre Tragbarkeit, bevor sie in Serie gehen.

Woran erkennt man hochwertig verarbeitete Kaschmirprodukte?

Es ist für den Laien und auch für Experten schwierig, gute von schlechter Kaschmirqualität auf den ersten Blick zu unterscheiden. Erst bei längerem Tragen merkt man den Unterschied. Grundsätzlich gilt aber: je kürzer das Ziegenhaar, desto minderer die Qualität. Aber auch am Überschuss erkennt man die Qualität. Günstig verarbeiteter Kaschmir dünnt mit der Zeit aus. Bei teuren Stücken kommt je nach Strickart und Einfärbung nach circa vier Mal kein Überschuss – also Fussel – mehr nach.



Worauf sollte man bei der Pflege und Lagerung von Kaschmirprodukten achten?

Wenn keine Flecken vorhanden sind, reicht es vollkommen, das Kaschmirstück zu lüften. Beim Waschen unbedingt das Wollprogramm wählen und bei 30 bis 40 Grad, mit niedriger Drehzahl und wenig Waschmittel reinigen. Vor dem Waschgang empfiehlt es sich, den Überschuss des Kaschmirprodukts zu entfernen. Zur Beruhigung der Faser kann es zum Schluss gebügelt werden. Wird das Kaschmirstück über eine Saison im Kleiderschrank verstaut, sollte es zum Schutz vor Motten sicherheitshalber in einem Kleidersack verstaut werden. Für die Pflege oder bei Notfällen kann es auch gerne zu uns in die Caleo-Werkstatt gebracht werden. Dort bieten wir den Kunden einen exklusiven Stopf-, Reinigungs- und Auffrischservice an. Vor Kurzem haben wir auch ein eigenes Kaschmirwaschmittel auf den Markt gebracht.

Wie würden Sie den Stil Ihrer Modelle beschreiben?

Unsere Kaschmirstücke sind schlicht, zeitlos und modisch. Sie eignen sich ideal für den Alltag, aber auch für spezielle Anlässe und können von Jung bis Alt getragen werden.

Frau Holleis-Weingärtner, was war Ihr Beweggrund, die Designer-Marke „Ellamar“ zu gründen?

Daniela Holleis-Weingärtner: Ich war schon immer sehr kreativ und habe bereits in jungen Jahren viel mit Farben und Materialien experimentiert. Meine zahlreichen Reisen inspirierten mich zu meiner ersten Bag-Kollektion. Der Grund, warum ich mich zum Großteil auf Handtaschen fokussiert habe, liegt darin, dass Taschen seit Jahrhunderten einen hohen Stellenwert in jeder Kultur haben.

Was findet sich in Ihrem Sortiment?

Bei den Taschen biete ich aktuell Rucksäcke, Reise- und Umhängtaschen, Clutches, aber auch Bürotaschen in verschiedenen Farben und Designs an. Mittlerweile habe ich mein Sortiment durch eine Vielzahl von Accessoires wie Bag Straps, Geldbörsen, Key Chains und Gürtel erweitert. Jedes Produkt im Sortiment ist ein Einzelstück, das von mir designt und aus hochwertigen Materialien fair und nachhaltig in Marokko, Mexiko, Bosnien oder Österreich produziert wird. Der Lockdown war darüber hinaus für meine Partnerin Sophia Hörner und mich der Startschuss, unser Sortiment mit einer Interieurlinie und kleinen Schuhkollektion zu erweitern.

Woher holen Sie sich Ihre Inspirationen?

Auf der einen Seite sind es Reisen in ferne Länder, die uns inspirieren. Vor allem sind es aber die Menschen vor Ort, die wir bei unseren Reisen kennenlernen. Das sind Freunde und Bekannte, die wir auf privaten Wegen kennengelernt haben und heute vertraute Kooperations-partner sind. Die Gürtel werden über eine Freundin von mir in Mexiko produziert. Dort werden die Bänder von Einheimischen von Hand geknüpft. Die gesamte Interieurlinie wird wiederum über eine Bekannte von Sophia in Marrakesch und von zwei Freundinnen am Attersee produziert.


Wie ist der Name „Caleo“ entstanden?

Anna Franz: Der Name setzt sich aus den Anfangsbuchstaben von Elisabeths Tochter Carolina und meinem Sohn Leopoldo zusammen. Außerdem bedeutet „calore“ auf italienisch Wärme und passt somit perfekt zu unseren Kaschmirprodukten. Da uns viele Leute bereits unter „Caleo“ kennen, haben wir uns dazu entschlossen, den Namen für unseren gemeinsamen Concept-Store zu verwenden.

Wo liegen die Produkte von „Caleo Cashmere“ und „Ellamar“ preislich?

Daniela Holleis-Weingärtner: Unsere Clutch SIENA, der Bestseller unter den Ellamar Taschen, liegt bei 130 Euro. Die Interieurlinie ist preislich etwas günstiger.


Lassen Sie sich inspirieren!

Die ganze Geschichte lesen Sie jetzt in der aktuellen Ausgabe.

Text: Laura Zapletal Fotos: Shutterstock, karin lohberger Photography, Ralph Fischbacher, Monika Löff, Michael Kammeter


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