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Es werde Licht!

Auf den märchenhaften Lampenschirmen von Liselotte Lang sieht man bekannte Orte und Städte in der Dämmerung. Beim Einschalten der Lampe beginnen Fenster, Sterne und Laternen auf magische Art zu leuchten. Gefertigt werden diese Unikate in der Stube eines 400 Jahre alten Bauernhofes in Altmünster am Traunsee. Wir haben die Künstlerin besucht.


Liselotte Lang öffnet uns das große Tor zum Innenhof des uralten Bauernhofes „Hansl im Hof“. Wir betreten eine andere Welt, eine andere Zeit. Erntefrisches Gemüse neben griechischen Skulpturen und alten Gartenmöbeln, die für eine Zeit stehen, wo im Hof der Künstlerfamilie Lang große Feste gefeiert wurden. Ein Pferdekopf neben dem Hauseingang ist eine – wie die Künstlerin später erzählt – selbstgegossene Gipsform nach dem Original des bedeutenden Bildhauers der griechischen Antike – Phidias. Das Original selbst steht in London im British Museum.

Liselotte Lang erzählt uns am Weg in die Stube, dass sie in ihrer Jugend Bildhauerei und Grafik in Kopenhagen studiert hat. Und dass sie vier Jahrzehnte lang mit dem österreichischen Künstler Konrad Lang verheiratet war, mit dem sie hier am Hof gelebt und gearbeitet hat. „Mein Mann war in erster Linie Maler, er hat aber auch Linolschnitte gefertigt. Nachdem er im Jahr 2014 verstorben ist, habe ich diese Arbeiten wieder hervorgeholt. Sie sind die Grundlage für die Herstellung der Lampenserie.“


New York, New York

Im Kaminzimmer ist auch Tochter Anna zu Besuch. Sie ist freischaffende Cellistin sowie Pianistin und hat Klassik und Jazz studiert. Vor dem Lockdown war Anna Lang oft mit ihrem Partner als Duo unter dem Namen „Sinfonia De Carnaval“ unterwegs. Und seitdem die beiden den „New Austrian Sound of Music“-Award gewonnen haben, wird das Ensemble international umso mehr gebucht: Budapest, Paris, Teheran, vielleicht bald auch Mailand und New York. Während Anna Lang von ihren Plänen berichtet, begutachtet sie den Lampenschirm neben dem alten Esstisch genauer, ein Motiv der achtteiligen Lampenserie, welches die Skyline von Manhattan zeigt.


„Ich weiß noch, wie mein Vater diesen New York-Lampenschirm geplant hat. Ich war noch ein Kind, Verwandte von uns kamen auf Besuch, um ihm Bücher und Bilder von ihrer New York-Reise zu bringen, denn mein Vater war nie in New York. Auf diese Weise hat er sich inspirieren lassen. ‚New York‘ war immer meine absolut liebste Lampe! Vielleicht freue ich mich daher auch ganz besonders über die Anfrage, die wir aktuell erhalten haben, in New York ein Konzert zu spielen.“

Ein Haus voller Kunst und Musik

Die Tochter des Künstlerehepaares erinnert sich sehr gut an die Produktion der Lampenschirme hier auf dem großen Holztisch, wo die Motive zuerst mit einem Kohlestift auf Papier gezeichnet und dann auf die Linolplatte gepaust wurden. „Meinem Vater hat es nichts ausgemacht, wenn mein Bruder und ich während dieser Arbeit hier herumgelaufen sind oder ich im selben Raum Klavier geübt habe. Manchmal habe ich auch ein ‚Eckerl‘ von seiner Linolplatte erhalten, bin neben ihm gesessen und habe ebenfalls geschnitten. Wenn mein Vater hingegen seine Bilder gemalt hat, brauchte er absolute Ruhe. Wenn er nicht gerade an einem Porträt arbeitete, hat er ohnehin meist im Freien – auf dem Feld oder auf einer Wiese – gemalt.“

Liselotte Lang hat in der Zwischenzeit einen Linolschnitt der Lampenserie herausgesucht und auf den Tisch gelegt, um uns die Handarbeit des Linoldruckes zu demonstrieren: „Die Linolschnitte, die Konrad vor über 30 Jahren entworfen und gefertigt hat, sind kunstvolle, sich ins Detail verlierende Meisterstücke. An jeder einzelnen Vorlage hier hat er tagelang gearbeitet“, erinnert sich die Frau des Künstlers.

„Mein Mann war ja in erster Linie Maler, die Produktion der Lampenschirme war ein Zubrot. Aber bestimmt würde er sich freuen, wenn er wüsste, dass ich heute noch den einen oder anderen Lampenschirm produziere“, so Liselotte Lang. „Ja, darauf wäre er sicher stolz“, ergänzt die Tochter. „Und dass du malst, würde ihn ganz besonders freuen, denn eigentlich war mein Vater ja für das Malen zuständig und meine Mutter für die Montage der Lampen.“


Lassen Sie sich inspirieren!

Die ganze Geschichte lesen Sie jetzt in der aktuellen Ausgabe.

Text: Zivana de Kozierowski Fotos: Monika Löff


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