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Ein Leben für die Kunst

Seit seinem 14. Lebensjahr malt der Ausseer Maler und Glasmalereikünstler Horst K. Jandl. Die meisten seiner Bilder entstanden im Atelier der geschichtsträchtigen „Villa Königsgarten“ und erzählen vom Ausseer Alltag aber auch von der wunderschönen Landschaft ringsum. Ein Künstlerporträt.


Der Besuch bei Prof. Horst K. Jandl in der „Villa Königsgarten“ in Altaussee ist etwas ganz Besonderes. Nicht zuletzt deswegen, weil sich für uns Türen öffnen, die normalerweise verschlossen bleiben: Wir schauen in das Atelier des Künstlers und erhalten einen Einblick in die Entstehung seiner Werke. Ebenso einzigartig wie Jandls Kunst ist auch die Geschichte seines Hauses. Die Villa, in welcher der Maler mit seiner Frau seit 1978 in Altaussee lebt und in der die beiden auch zwei Kinder großgezogen haben, ist Teil des lokalen Wanderwegs „Via Artis“. Bekannte Künstler haben schon an dieser Adresse gewohnt. Der prominenteste unter ihnen war wohl der Schriftsteller Friedrich Torberg, der in der „Villa Königsgarten“ residierte und hier eines seiner berühmtesten Bücher schrieb, die Anekdotensammlung „Die Tante Jolesch“.

Ein Treffpunkt für Künstler

Horst K. Jandl erwartet uns schon. Der höfliche, ältere Herr mit weißem Haar und feinen Gesichtszügen führt uns über die halboffenen „Holzpawlatschen“ ins Haus. Zuerst in eine stilvoll renovierte, ebenerdig gelegene Stube mit einem schönen, alten Kachelofen und Blick in den Garten. Diese Stube, wo heute einige von Jandls Werken – großformatige Ölbilder und Skizzen – hängen, diente viele Jahre über als Verglasungsraum. Horst K. Jandl, ausgebildeter Glasmaler, hat hier die künstlerische Gestaltung vieler Kirchenfenster, Glaswände oder auch Renovierungsarbeiten in unterschiedlichsten Techniken durchgeführt. „Hier rechts neben dem Fenster war früher der Schreibtisch von Friedrich Torberg. Da schrieb er und trank dabei Kaffee aus seiner Thermoskanne, die mittlerweile im Museum steht“, erzählt der Künstler und ergänzt: „Vor dem Fenster stand dann auch oft der heute berühmte, aber damals noch sehr junge Klaus Maria Brandauer und sah dem Schriftsteller beim Schreiben zu. Die beiden waren gut befreundet gewesen. Der junge Brandauer hat am Weg zum Café Fischer, wo er sein Essen geholt hat, regelmäßig bei Torberg vorbeigeschaut.“



Magische Momentaufnahmen

Heute wird in diesem Raum mit Blick in den Garten nicht mehr geschrieben, die visuelle Kunst steht im Mittelpunkt. Gegen Ende der 1970er-Jahre traten die Glasarbeiten des Glaskunstmalers Jandl in den Hintergrund und er konzentrierte sich eher auf die Malerei. Es entstanden zum Teil großflächige Ölbilder, Porträts von Menschen aus der Umgebung, Alltagsszenen und mit Vorliebe auch Landschaften. Bei den Landschaftsbildern spielt oft die aufgehende oder auch die untergehende Sonne eine wichtige Rolle. Immer wieder auf den Bildern zu sehen – der Loser. Der Hausberg der Ausseer thront direkt vor dem großen Atelierfenster der angebauten Künstlerwerkstatt auf der anderen Seite des Hauses. Oder die Trisselwand, die eindrucksvoll vom Altausseer See emporsteigt und von Jandl in ein ganz besonderes Licht getaucht wurde. „Beim Malen der Trisselwand habe ich teilweise Abendstimmungen in Farben beobachtet, die so unwirklich waren, dass man hätte meinen können, der Weltuntergang stünde bevor“, erzählt Jandl. Die Tür geht auf. Die Tochter des Künstlers, Karen Kuttner, ebenfalls Malerin und gerade zu Besuch, bringt Kaffee aus der Küche. Spricht man mit ihr über die Kunst ihres Vaters schwingen in ihren Worten großer Respekt und eine tiefe Leidenschaft für die Arbeiten ihres Vaters mit. „Diese Bilder spiegeln im Grunde das Leben meines Vaters wider.“





Lassen Sie sich inspirieren!

Die ganze Geschichte lesen Sie jetzt in der aktuellen Ausgabe.

Text: Zivana de Kozierowski Fotos: Monika Löff

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