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Die mit dem Glas tanzt

Die von Verena Schatz mundgeblasenen Glasobjekte verbinden klares Design mit perfekter Funktionalität. Obwohl jedem Entwurf eine Skizze vorausgeht, gibt die Künstlerin dem Material den Spielraum, den es braucht. Deshalb gleicht hier kein Stück dem anderen. Zu Besuch in der Glaswerkstatt.



Man könnte es fast übersehen: Nur ein kleines Schild deutet auf die Werkstatt „Glass Maker Space“ in St. Konrad hin, das Atelier, in dem die Künstlerin Verena Schatz erst seit einigen Monaten ihre Glasobjekte fertigt. Kaum haben wir die Halle betreten, sind wir auch schon mitten drin in der Materie. Eine heiße Sache: Das Feuer in einem Ofen bullert laut vor sich hin, davor die Künstlerin mit Schutzbrille im Gesicht und einem Metallstab – der sogenannten Glasmacherpfeife – in der Hand, auf dem gerade ein noch zähflüssiger Glasklumpen bearbeitet wird.


Der Weg zum Glas

Es wirkt fast wie ein Tanz, wie eine durchkomponierte Choreografie, wenn Verena Schatz zwischen Ofen und Glasbläserwerkzeugen hin und her jongliert. Dabei dreht sie die Glasmacherpfeife mit Glasobjekt gekonnt und fast grazil – schnelle Abläufe und akkurate Bewegungen. Dazwischen führt sie die Pfeife immer wieder zum Mund und bläst hinein, nachdem das Material im Ofen erhitzt wird. Das Glasobjekt bekommt Struktur und der vorher noch etwas unförmige Klumpen wird immer mehr als Glasobjekt mit einer ganz bestimmten Form erkennbar. Was die Künstlerin hier in knapp sieben Minuten demonstriert, hat sie über Jahre hinweg erlernt. Sechs Jahre dauert es in der Regel, bis ein Glasmacher seine Kunst beherrscht. Dabei erzählt Verena Schatz auch, dass sie im Rahmen ihrer Ausbildung an der Royal Danish Academy of Design in Dänemark auf der Insel Bornholm einen Bachelor Degree in Glaskunst erworben hat. „Ursprünglich wollte ich dorthin nur eine Studienreise machen, aber dann habe ich im wahrsten Sinne des Wortes Feuer gefangen.“ Während sie so ihren Werdegang schildert, klingt bei Verena Schatz immer wieder der Tiroler Dialekt durch.



Von Tirol in die weite Welt

In Tirol ist die Designerin nicht nur aufgewachsen, dort hatte sie auch ihre ersten Berührungspunkte mit dem Material Glas. In Kramsach besuchte sie die renommierte Glasfachschule und arbeitete schließlich fünf Jahre als Glastechnikerin. 2008 kehrte die Tirolerin zum Werkstoff Glas als kreativem Medium zurück. Nach einem Praktikum im Corning Museum of Glass in den USA studierte Schatz ein Semester Glass Design an der Kalmar University in Schweden. Dann folgte ihr Bachelorstudium auf der Insel Bornholm. Zwischen 2013 und 2015 besuchte Verena Schatz das Institut für Künstlerische Keramik und Glas an der Hochschule Koblenz, welches sie im Juli 2015 mit dem Master of Fine Arts abschloss. Bis 2017 war sie dort als Dozentin für Glasbearbeitungstechniken und Werkstattleiterin tätig. Seither lebt und arbeitet die Glasmacherin im idyllischen St. Konrad – zwischen Gmunden und Scharnstein gelegen – und betreibt dort seit einem halben Jahr ihr Atelier „Glass Maker Space“. Hier will Verena Schatz künftig ihr Wissen rund um das Glasmachen an Interessierte weitergeben.



Lassen Sie sich inspirieren!


Die ganze Geschichte lesen Sie jetzt in der aktuellen Ausgabe.

Text: Zivana de Kozierowski Fotos: Monika Löff



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